Chef und Bikeguide

Armin und seine Geschichte

Seit Armin denken kann, zählt das Biken zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Schon als Kind war Mountainbiken seine große Leidenschaft.

Im Jahr 1984 hat Armin die Hotelfachschule abgeschlossen und ist ins Hotel eingestiegen. Ende der 90er Jahre hat er sich sein erstes Mountainbike gekauft.

Im Jahr 1991 ist er dann mit dem langjährigen Gast Gustl Vetter auf die erste MTB Tour gegangen. Gust war eigentlich Roadbiker und nicht oft mit dem Mountainbike unterwegs. Egal, im Hotel standen zwei Bikes und mit denen sind sie losgestartet. Etwas „untermotorisiert“: CroMo Rahmen, Felgenbremsen, völlig starr von vorn bis hinten. Kann man sich heute gar nicht vorstellen, nicht wahr?

Als Start wählt er eine Tour, die er vom Wandern kannte. Übers Grauner Joch zum Roen (2116m). Heute würde er allen die so daherkommen wie sie damals dringend von ihrer Idee abraten. Die Tour hat schließlich 2000 Höhenmeter und ist nicht ohne. Kurz vor dem Gipfel hatten die beiden auch nichts mehr zu trinken. Nicht gerade lustig, denn ihr wisst ja: hydration is everything. Sie haben es trotzdem durchgezogen. Auf dem Gipfel angekommen, machten sich ihre Anstrengungen aber bezahlt. Der Ausblick war damals schon unbegreiflich schön. Auf dieser Tour ist Armin dann klargeworden: das ist mein Ding! Das will ich meinen Gästen in Zukunft „antun”.

Nach einem Jahr Vorbereitung, Auswahl und Aufzeichnung der Touren ist er 1993 mit dem Programm der „Bikerweek“ gestartet. Und die gibt’s heute noch 😊

Mit Armin ist eine neue Ära angebrochen. Er hat den Traminerhof zum Bikehotel gemacht und die Bike-Region im Südtiroler Unterland damit geschaffen und in den kommenden Jahren nachhaltig geprägt.

Der Anfang

Armin, hattest du anfangs Schwierigkeiten oder ist die Bikerweek gleich eingeschlagen wie eine Bombe?

Anfangs war es tatsächlich nicht so einfach. Ich hatte mir die Idee in den Kopf gesetzt und war felsenfest davon überzeugt, dass es etwas Cooles werden würde. Leider waren die beiden ersten Jahre ziemlich ernüchternd und die Nachfrage fast 0. Ich wollte aber nicht aufgeben und bald fing die Sache an zu laufen. Jedes Jahr kamen ein paar mehr dazu und ich glaube diejenigen die das Paket gebucht haben, spürten regelrecht meine Leidenschaft dafür. Vielleicht hab ich auch den ein oder anderen angesteckt und motiviert.

Heute blicken wir auf tausende geführte Touren mit unzähligen Höhenmetern in den Beinen, wunderbaren Erlebnissen und vielen neuen Freunden zurück.

1998 waren wir eines der 5 Gründungsmitglieder der Bikehotels Südtirol. Anfang der 2000er haben wir dann mit der „Mountainbike Holidays” fusioniert. Das ist eine Gruppe, die Europas bestes Angebot für den Urlaub mit dem Mountainbike hat. Seit 2011 sind wir in der höchsten Stufe, der „PRO“-Stufe.

Das Besondere

Was findest du an der Bike-Region im Süden Südtirols so besonders? Worin unterscheidet sie sich von anderen Regionen?

Unsere Bike-Region, hier im Süden Südtirols ist ein Mix aus Hochgebirge und Weinregion. Anders gesagt: In den oberen Lagen lebt die Kuh und unten im Tal ist der Wein zuhause. In anderen Regionen gibt es überall Kühe, ohne dieses Wechselspiel.

In unserer Umgebung findest du außerdem auch 0-Höhenmeter Radtouren, also ganz flache Touren. Das ist nicht überall der Fall. Im Kontrast dazu haben wir auch richtige Hammertouren mit knapp 2.000 Höhenmeter.

Der Süden Südtirols ist mit Sicherheit auch eine Ganzjahres-Destination. Unser Gebiet erfreut sich über ein mildes, mediterranes Klima und Sonnentage an drei Viertel des Jahres. Da hat das Biken keine Grenzen.

Mit Freude lernen

Was ist dir als MTB-Guide wichtig?

Spaß haben und nebenbei lernen! Wenn ich bei meinen täglichen MTB-Touren mit einer Gruppe unterwegs bin und wir uns durch den Montiggler Wald schlängeln kommen wir an einem kleinen Hügel mit nicht mehr als 2 Höhenmetern vorbei. Dort versuchen wir einfache Fahrtechnikübungen wie das richtige Bremsen und die Gewichtsverlagerung hinter den Sattel. Auch die Fahrradgeometrie wird unter die Lupe genommen. Danach geht unsere Tour weiter durch den Wald und die Hindernisse, auf die wir treffen werden, meist schon mit anderen Augen wahrgenommen. Meistens kommen wir im Laufe der Woche an einer Passage der Montiggl-Tour wieder vorbei. Und sehr oft ist das am 1. Tag als „unfahrbar” eingestufte Hindernis, kein Problem mehr. Das schönste an so einer Woche ist, wenn beim Heimfahren alle technisch etwas dazugelernt haben und von nun an mit mehr Freude am Trailfahren unterwegs sind.

Roen Tour

Was ich liebe

Und was ist deine persönliche Philosophie?

“Bergab auf Teer oder Forststraße, das ist sinnlose Vernichtung von Höhenmeter”.

Ich persönlich liebe verblockte Trails sei es zum rauf, wie zum Runterfahren. Deshalb ist der Roen meine Lieblingstour. Single Trails bis zum Abwinken und Aussicht ohne Ende. Da wird kein Höhenmeter verschenkt. Vom Gipfel bis zum Tal, alles ein einziger Trail. Dazu die Mut-Passage am Schwarzen Kopf, welche 2007 im Gegensatz zu den Vorjahren (1er pro Jahr) sogar von 4 Bikern gemeistert wurde. Es scheint, dass der Berg flacher geworden ist, oder die Biker besser, oder waren‘s am Ende doch die 160mm Federweg vorne und hinten und die 200mm Scheibenbremsen. Aber Spaß beiseite, wer es nicht glaubt, kann gerne vorbeikommen und selbst nachschauen, ähhh natürlich nachfahren.

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