
1991 bin ich mit unserem langjährigen Gast Gustl Vetter auf die erste MTB Tour gegangen. Wir waren für heutige Verhältnisse etwas „untermotorisiert". CroMo Rahmen, Felgenbremsen, vorn und hinten alles starr. Zum Anfangen eine Tour, welche ich vom Wandern kannte. Übers Grauner Joch zum Roen (2116m). Heute würde ich jedem, der so daherkommt wie wir davon abraten. Die Tour hat 2000 Höhenmeter. Aber wir haben es gemacht. Ein gutes Stück vor dem Gipfel hatten wir schon nichts mehr zu trinken, wir haben uns weitergekämpft. Das Gefühl am Roen oben zu stehen war aber unbegreiflich schön und von den Wanderern wurden wir bestaunt. Kurz nach dem Roen sind wir in der Romenoalm eingekehrt und haben versucht unseren Wasserhaushalt wieder in Ordnung zu bringen. Es war aber vergebens. Trotzdem bin ich auf dieser Tour zur Erkenntnis gekommen, dass ich das mir und meinen Gästen in Zukunft „antun" will. Nach einem Jahr Vorbereitung mit suchen und aufzeichnen von Touren bin ich 1993 mit unserem Programm „Biker Week" gestartet welches es noch heute gibt.
Spaß haben und nebenbei lernen.
Wenn ich mit einer Leistungsklasse 2 Gruppe unterwegs bin und wir uns durch den Montiggler Wald schlängeln kommen wir an einem kleinen Hügel mit nicht mehr als 2 Höhenmetern vorbei. Dort versuchen wir einfache Fahrtechnikübungen wie das richtige Bremsen und die Gewichtsverlagerung hinter den Sattel. Auch die Fahrradgeometrie wird unter die Lupe genommen. Danach geht unsere Tour weiter durch den Wald und die Hindernisse auf die wir treffen werden meist schon mit anderen Augen wahrgenommen. Meistens kommen wir im Laufe der Woche an einer Passage der Montiggltour wieder vorbei. Und sehr oft ist das am 1. Tag als „unfahrbar" eingestufte Hindernis, kein Problem mehr. Das schönste an so einer Woche ist, wenn beim Heimfahren alle technisch etwas dazugelernt haben und von nun an mit mehr Freude am Trailfahren unterwegs sind.
"Bergab auf Teer oder Forststraße, das ist sinnlose Vernichtung von Höhenmeter"
Ich persönlich liebe verbockte Trails sei es zum rauf, wie zum runterfahren. Deshalb ist der Roen meine Lieblingstour. Single Trails bis zum Abwinken und Aussicht ohne Ende. Da wird kein Höhenmeter verschenkt. Vom Gipfel bis zum Tal, alles ein einziger Trail. Dazu die Mutpassage am Schwarzen Kopf, welche 2007 im Gegensatz zu den Vorjahren (1er pro Jahr) sogar von 4 Bikern gemeistert wurde. Es scheint, dass der Berg flacher geworden ist, oder die Biker besser, oder warens am Ende doch die 400mm Federweg vorne und hinten und die 500mm Scheibenbremsen. Aber Spaß beiseite, wer es nicht glaubt, kann gerne vorbeikommen und selber nachschauen ähhh natürlich nachfahren.
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